Fundamentalsatz der Algebra
Der (Gauß-d’Alembertsche) Fundamentalsatz der Algebra besagt, dass jedes nicht konstante Polynom im Bereich der komplexen Zahlen mindestens eine Nullstelle besitzt. Dabei können die Koeffizienten des Polynoms beliebige komplexe Zahlen sein – insbesondere sind Polynome mit ganzen oder reellen Koeffizienten mit eingeschlossen.
Wendet man den Satz zum Beispiel auf das Polynom
an, so folgt, dass die im Bereich der reellen
Zahlen unlösbare Gleichung
im Bereich der komplexen Zahlen mindestens eine Lösung besitzen muss.
Der Fundamentalsatz der Algebra sagt, dass die komplexen Zahlen algebraisch abgeschlossen sind.
Die Namensgebung wurzelt in einem traditionellen Verständnis der Algebra als der Lehre von Gleichungen höheren Grades mittels „Buchstabenrechnen“.
Satz
Es sei
ein Polynom vom Grad
– also ein nicht konstantes Polynom – mit komplexen Koeffizienten
.
Dann hat das Polynom eine komplexe Nullstelle, d.h., es gibt eine Zahl
,
so dass
gilt. Genauer gilt insbesondere, dass die Anzahl der Nullstellen, wenn sie mit
der richtigen Vielfachheit gezählt werden, insgesamt gleich dem Grad des
Polynoms ist.
Anmerkung zum Fall reeller Koeffizienten
Auch wenn
ein Polynom über den reellen Zahlen ist, wenn also alle Koeffizienten
in
liegen, sind die zugehörigen Nullstellen nicht notwendigerweise reell. Es gilt
aber: Ist
eine nichtreelle Nullstelle von
,
so ist auch ihr komplex Konjugiertes
eine Nullstelle von
.
Ist
eine mehrfache Nullstelle von
,
so hat
dieselbe Vielfachheit. In der faktorisierten
Schreibweise des Polynoms lassen sich daher die zugehörigen Linearfaktoren
immer zu einem quadratischen Faktor
zusammenfassen. Ausmultipliziert hat dieses Polynom zweiten Grades wieder rein
reelle Koeffizienten:
Daraus folgt im Umkehrschluss, dass jedes reelle Polynom sich in reelle Polynomfaktoren vom Grad eins oder zwei zerlegen lässt. In dieser Form wurde der Satz 1799 von Carl Friedrich Gauß im Rahmen seiner Doktorarbeit formuliert, die dieses Ergebnis bereits in ihrem lateinischen Titel Demonstratio nova theorematis omnem functionem algebraicam rationalem integram unius variabilis in factores reales primi vel secundi gradus resolvi posse verkündet (deutsch: Neuer Beweis des Satzes, dass jede ganze rationale algebraische Funktion in einer Variablen in reelle Faktoren ersten oder zweiten Grades zerlegt werden kann.)
Folgerung: Algebraische Abgeschlossenheit des komplexen Zahlkörpers
Von einem Polynom
lässt sich der zu einer Nullstelle
mit
gehörende Linearfaktor
abspalten:
.
(Dazu kann beispielsweise die Horner-Ruffini-Methode
verwendet werden.) Durch die Abspaltung ergibt sich ein im Grad um eins
reduziertes Polynom
,
für welches das Verfahren wiederholen werden kann. Per Induktion ist hiermit
gezeigt: Jedes nicht konstante Polynom über
zerfällt vollständig in ein Produkt aus Linearfaktoren:
,
wobei die
die Nullstellen des Polynoms sind.
Der Fundamentalsatz der Algebra besagt also, dass der Körper
der komplexen Zahlen algebraisch
abgeschlossen ist.
Beispiel
Die Polynomgleichung
hat die Lösungen
,
die natürlich die Nullstellen des Polynomes sind. Die Lösung 0 wird dabei doppelt gezählt, wie anhand der Faktorisierung des Polynoms ersichtlich ist:
.
Man verwendet auch die Sprechweise „0 tritt mit Vielfachheit 2 auf“, alle
anderen Nullstellen treten mit Vielfachheit 1 auf. Dieses Beispiel zeigt auch,
dass die Nullstellen im Allgemeinen nicht (alle) reell sind, selbst wenn das
Polynom reelle Koeffizienten hat. Nichtreelle Nullstellen von Polynomen mit
reellen Koeffizienten treten aber immer paarweise komplex konjugiert auf (in
obigem Beispiel ).
Beweise
Geschichte und Überblick
Erste Formulierungen des Fundamentalsatzes finden sich im 17. Jahrhundert (Peter
Roth, Albert
Girard, René
Descartes). Peter Roth (1608) vermutete, dass Gleichungen -ten
Grades höchstens
Lösungen haben, und Francois
Viète gab Beispiele von Gleichungen
-ten
Grades mit der maximalen Anzahl von
Lösungen an. Albert Girard vermutete 1629 (L'invention en l'algèbre) als
Erster, dass es immer
Lösungen gibt, und vermutete schon neben reellen auch komplexe Lösungen. Leonhard Euler gab eine
Formulierung des Fundamentalsatzes als vollständige Faktorisierung im Komplexen
im heutigen Sinn an. Der erste veröffentlichte Beweis von Jean d’Alembert
1746 war von der Idee her korrekt, jedoch enthielt er Lücken, die erst mit den
Methoden der Analysis des 19. Jahrhunderts geschlossen werden konnten. Eine
vereinfachte und auch nach modernen Kriterien noch korrekte Version dieses
Beweises wurde von Jean-Robert
Argand 1806 angegeben. Weitere veröffentlichte Beweisversuche stammen von
Euler (1749), Joseph-Louis
Lagrange (1772), aufbauend auf dem Beweis von Euler, und Pierre Simon de
Laplace (1795), der einen neuen Ansatz verfolgte unter Verwendung der
Diskriminante des Polynoms.
Der erste vollständige Beweis für den Fundamentalsatz der Algebra wurde 1799 von Carl Friedrich Gauß im Rahmen seiner Dissertation angegeben (und eine Notiz dazu in seinem Tagebuch schon im Oktober 1797 eingetragen). Im Gegensatz zu seinen Vorgängern ging Gauß auch das Problem an, die Existenz der Wurzeln im Komplexen zu beweisen, und nicht stillschweigend vorauszusetzen. Auch dieser Beweis enthält einige analytische Schwächen, die erst später beseitigt werden konnten. Der zweite Beweis, der von Gauß 1815 vorgestellt, und ein Jahr später publiziert wurde, baut auf Ideen von Leonhard Euler auf. Dieser Beweis benutzt als analytische Grundlage, unbewiesen und ohne dass eine Beweisnotwendigkeit gesehen wurde, lediglich den Zwischenwertsatz der reellen Analysis, genauer den Spezialfall, dass jedes Polynom ungeraden Grades immer eine reelle Nullstelle hat.
Ein Beweis, der gleichzeitig ein effizientes Berechnungsverfahren beinhaltet, wurde 1859 (und nochmals 1891) von Karl Weierstraß veröffentlicht. Das darin enthaltene Verfahren wird heute als Durand-Kerner-Verfahren bezeichnet.
Inzwischen kennt man mehrere sehr unterschiedliche Beweise, die Begriffe und Ideen aus Analysis, Algebra oder Topologie beinhalten. Am kürzesten kann der Fundamentalsatz der Algebra nach Augustin-Louis Cauchy und Joseph Liouville mit Methoden der Funktionentheorie bewiesen werden. Eine annähernd direkte Plausibilität vermittelt die topologische Argumentation auf Basis der Umlaufzahl. Relativ elementar ist der analytische Beweis.
Im Folgenden sei
stets ein nichtkonstantes Polynom mit komplexen Koeffizienten und insbesondere
.
Dieses sei als Funktion
aufgefasst.
Rein analytischer Beweis
Dieser Beweis
wurde 1746 von Jean-Baptiste
le Rond d’Alembert vorgeschlagen, jedoch erst 1806 von Jean-Robert Argand
vervollständigt. Die zentrale Aussage dieses Beweises ist, dass zu jedem Punkt
,
der keine Nullstelle ist, ein Punkt
in der Umgebung angegeben werden kann, der eine Verkleinerung im Betrag des
Funktionswerts ergibt,
.
Hat der Betrag der Funktionswerte also einen Minimalpunkt, so muss dieser ein
Nullpunkt sein. Da die Menge
kompakt ist, und der Betrag verknüpft mit
stetig, gibt es immer einen solchen Minimalpunkt und damit eine Nullstelle.[Anm
1]
Zur zentralen Aussage entwickle man
in
,
d.h.,
.
Ist ,
so ist
eine Nullstelle. Sonst wähle man das kleinste
mit
und betrachte die beiden Ungleichungen für
und
.
Beide Ungleichungen sind für
erfüllt, und es gibt ein endliches, größtes
,
so dass sie auf dem gesamten Intervall
erfüllt sind. Für ein
aus diesem Intervall wähle man ein
mit
und so, dass mit einem reellen Faktor
die Beziehung
gilt. Für den interessierenden Betrag des Funktionswertes gilt nun nach
Dreiecksungleichung
.
Beweis mit Methoden der Topologie
Ein Beweis mit dieser Methode wurde 1799 von Gauß gegeben. Er zerlegte die
Polynomfunktion in Real- und Imaginärteil, .
Die Nullstellenmengen
von
und
sind aus einzelnen eindimensionalen Bögen zusammengesetzt, die eine endliche
Anzahl von Knotenpunkten in der Ebene verbinden. Von jedem Knotenpunkt geht eine
gerade Anzahl von Bögen aus. Auf keinen Fall kann ein Bogen in einem Punkt
einfach enden. Auf jedem Kreis mit genügend großem Radius gibt es
Nullstellen von
und
Nullstellen von
,
die sich abwechseln. Jeder zusammenhängende Teil des Nullstellengraphen von
hat auf einem großen Kreis eine gerade Anzahl von Schnittstellen, die eine
ungerade Anzahl von Schnittstellen des Nullstellengraphen von
einschließen. Damit muss ein Bogen des Graphen von
aus dem zusammenhängenden Teilstück des Graphen von
herausragen. Dies geht nur, wenn die Graphen von
und
sich schneiden, der Schnittpunkt aber ist eine Nullstelle von
.
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Moderne Versionen dieses Beweises benutzen den Begriff der Windungszahl. Die darauf aufbauende Argumentation liefert zugleich eine direkte Plausibilität für die Richtigkeit des Fundamentalsatzes der Algebra. Siehe dazu auch die Abbildung.
Für den Beweis wird angenommen, dass das Polynom
keine komplexen Nullstellen besitze. Dann kann für jedes
eine geschlossene, stetige Kurve
,
konstruiert werden, die die (skalierten) Funktionswerte des Polynoms auf dem
Kreis mit Radius
durchläuft. Da kein Funktionswert Null ist, kann eine Umlaufzahl
definiert werden. Da sich die Kurve bei Änderung des Parameters
stetig ändert, kann sich die Umlaufzahl nur ändern, wenn die sich ändernde Kurve
den Nullpunkt überquert. Da nach Annahme die Funktion
keine Nullstelle besitzt, ist eine solche Überquerung des Nullpunktes nicht
möglich. Daher muss die Umlaufzahl für alle
dieselbe sein.
Für sehr große Werte von
wird die Kurve der entsprechenden Kurve der
-ten
Potenz, genauer des Polynoms
,
immer ähnlicher, die Umlaufzahl muss daher konstant
sein. Für sehr kleine Werte von
wird die Kurve der konstanten Kurve mit Wert
immer ähnlicher, also muss die – für alle
konstante – Umlaufzahl gleichzeitig den Wert 0 besitzen. Dies ist
gleichzeitig nur möglich, wenn
gilt, das Polynom also konstant ist. Für Polynome höheren Grades führt dieses
Argument zum Widerspruch, also muss es Nullstellen
mit
geben.
Beweis mit dem Zwischenwertsatz und algebraischen Methoden
Ein solcher Beweis wurde 1815 von Gauß präsentiert. Es wird benutzt, dass
nach dem Zwischenwertsatz
jedes reelle Polynom ungeraden Grades mindestens eine Nullstelle hat, sowie dass
quadratische Gleichungen, auch mit komplexen Koeffizienten, elementar lösbar
sind. Der Beweis erfolgt als vollständige
Induktion über die Potenz des Faktors
im Grad des Polynoms.
Es sei zunächst
quadratfrei und mit reellen Koeffizienten vorausgesetzt. Der Grad habe eine
Faktorisierung
mit
ungerade. Der Beweis erfolgt als vollständige
Induktion über die Potenz
des Faktors
im Grad des Polynoms. Ist
,
so gibt es eine Nullstelle nach dem Zwischenwertsatz. Es sei nun im
Induktionsschritt vorausgesetzt, dass alle Polynome mit Graden
mit
ungerade mindestens eine Nullstelle besitzen.
Es sei, der Einfachheit halber, ein (abstrakter) Zerfällungskörper
des Polynoms
konstruiert, in welchem es die paarweise verschiedenen (wiederum abstrakten)
Nullstellen
hat,
.
In
sei die Menge der
Punkte
,
,
betrachtet. Da die abstrakten Nullstellen paarweise verschieden sind, gibt es
nur eine endliche Anzahl von Geraden, die durch mindestens zwei dieser Punkte
verlaufen, insbesondere auch nur eine endliche Anzahl reeller Anstiege
solcher Geraden, für welche die Differenz
zweimal denselben Wert annimmt. Für alle anderen Werte von
ist das Polynom
ebenfalls quadratfrei und symmetrisch
in den abstrakten Nullstellen .
Daher können die Koeffizienten von
als Polynome in
und den Koeffizienten von
dargestellt werden,
ist also für jedes reelle
ein Polynom mit reellen Koeffizienten und kann mittels Resultanten aus
bestimmt werden. Der Grad von
beträgt
,
wobei
eine ungerade Zahl ist. Nach Induktionsvoraussetzung gibt es wenigstens eine
komplexe Nullstelle
mit
.
Aus den partiellen Ableitungen nach
und
in der Nullstelle können komplexe Zahlen
und
bestimmt werden, so dass mindestens eine der Nullstellen von
eine Nullstelle von
ist.
Hat
auch echt komplexe Koeffizienten, so hat
nur reelle Koeffizienten. Jede Nullstelle des Produkts ist Nullstelle eines
Faktors, somit also selbst oder als komplex konjugierte Zahl eine Nullstelle von
.
Ist das nun reelle Polynom nicht quadratfrei, so kann mit Polynomarithmetik
(u.a. euklidischer
Algorithmus) eine Faktorisierung in (nichtkonstante) quadratfreie Faktoren
gefunden werden, von denen jeder mindestens eine Nullstelle enthält.
Beweis mit Methoden der Funktionentheorie
Beweis mit dem Satz von Liouville
Wegen
existiert ein
,
so dass
für alle
mit
gilt. Weil sowohl
und damit auch der Betrag
stetig sind, als auch die Kreisscheibe
kompakt ist, existiert nach dem Satz
von Weierstrass eine Stelle
mit minimalem Betrag des Funktionswertes,
für alle
.
Nach Konstruktion ist
sogar ein globales Minimum. Wäre
positiv, so wäre die reziproke Funktion
holomorph auf
und durch
beschränkt, also nach dem Satz
von Liouville konstant. Somit wäre auch
konstant, was der Voraussetzung widerspricht. Da
folgt
,
also existiert eine Nullstelle (in
).
Beweis direkt mittels des Cauchyschen Integralsatzes
Der Fundamentalsatz der Algebra ist mit Hilfe elementarer Abschätzungen sogar direkt aus dem Cauchyschen Integralsatz ableitbar, und zwar wie folgt:
Das Polynom
lässt sich in der Form
darstellen, wobei
ein weiteres Polynom ist.
Nimmt man nun an,
sei ohne Nullstelle, so lässt sich
für
stets schreiben:
.
Nun bildet man für jedes
das Wegintegral
der auf
gebildeten Kehrwertfunktion
über den Kreislinienweg
und erhält:
.
Aufgrund der angenommenen Nullstellenfreiheit von
ist
holomorph, womit sich infolge des Cauchyschen Integralsatzes weiter ergibt:
und daraus:
.
Dies gilt für jedes beliebige .
Nun ist jedoch
und damit folgt aus der letzten Ungleichung
unmittelbar:
,
was sicher falsch ist.
Damit ist die angenommene Nullstellenfreiheit von
zum
Widerspruch geführt und
muss eine Nullstelle haben.
Beweisvariante mittels des Cauchyschen Integralsatzes
Eine Beweisvariante unter Verwendung des Cauchyschen Integralsatzes findet sich bei Bartel Leendert van der Waerden:
Unter der Annahme, dass
für die Polynomfunktion
gelte, setze
und betrachte
definiert durch
für
und stetig fortgesetzt bei
dank
.
Mit
sind – gemäß Annahme – auch
und
auf der gesamten Ebene
holomorph,
das heißt ganze
Funktionen. Also verschwindet nach dem Cauchyschen Integralsatz das
Weg-Integral über eine Kreislinie
mit Radius
um den Nullpunkt, und mittels Kreislinienparametrisierung[Anm
2] kommt:
Nun gibt es zu jedem beliebig gegebenem
einen genügend großen Radius
,
so dass für den Integranden
auf
gilt, und für das Integral folglich
.
Hieraus folgt
,
was auf den Widerspruch
stößt.
Beweis mit Methoden der komplexen Geometrie
Wir fassen
als Abbildung des komplex-projektiven
Raums
auf, d.h.
,
.
Die so definierte Abbildung komplexer Mannigfaltigkeiten
ist holomorph
und damit offen (d.h. das Bild jeder offenen Teilmenge ist offen). Da
kompakt und
stetig ist, ist das Bild
auch kompakt,
insbesondere abgeschlossen in
.
Damit ist das Bild bereits ganz
,
denn
ist zusammenhängend.
Insbesondere gibt es ein
,
welches auf
abgebildet wird, d.h. eine Nullstelle von
.
Beweis mit Methoden der Differentialtopologie
Ähnlich wie im obigen Beweis aus der komplexen Geometrie fassen wir
als Selbstabbildung der Sphäre
auf. So ist
(reell) differenzierbar und die Menge der kritischen Punkte ist als
Nullstellenmenge der Ableitung endlich, womit die Menge der regulären Werte
zusammenhängend ist. Die Kardinalität
des Urbilds eines regulären Wertes
ist außerdem lokal konstant als Funktion in
(
ist injektiv auf Umgebungen von Punkten in
).
Dies zeigt, dass
surjektiv ist, denn reguläre Werte werden somit stets angenommen und kritische
Werte werden nach Definition angenommen.
Verallgemeinerung des Fundamentalsatzes
Der Fundamentalsatz der Algebra lässt sich mit Hilfe topologischer Methoden unter Anwendung der Homotopietheorie und des Abbildungsgrades weiter verallgemeinern:
- Jede stetige
Funktion
, für die eine natürliche Zahl
und weiter eine komplexe Zahl
existieren derart, dass
erfüllt ist, hat eine Nullstelle.
Hieraus folgt der Fundamentalsatz, indem man zu einer komplexen Polynomfunktion
vom Grad
den Leitkoeffizienten
als Konstante, also
nimmt.
Literatur
- Eberhard Freitag, Rolf Busam: Funktionentheorie 1. 3., neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Springer-Verlag, Berlin u.a. 2000, ISBN 3-540-67641-4.
- Egbert Harzheim: Einführung in die Kombinatorische Topologie (= Die Mathematik. Einführungen in Gegenstand und Ergebnisse ihrer Teilgebiete und Nachbarwissenschaften). Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1978, ISBN 3-534-07016-X.
- Reinhold Remmert: Fundamentalsatz der Algebra, in D. Ebbinghaus u.a. (Hrsg.), Zahlen, Springer, 1983.
- Bartel Leendert van der Waerden: Algebra I, unter Benutzung von Vorlesungen von E. Artin und E. Noether. 2.–6. Auflage (der Modernen Algebra) (1930 bis 1964), Springer-Verlag. In der 8. Auflage, 1971, Heidelberger Taschenbücher Band 12, ISBN 3-540-03561-3,
Anmerkungen
- ↑ Man beachte hier den Satz von Bolzano-Weierstraß oder Folgerungen daraus.
- ↑
Nämlich
mit
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Datum der letzten Änderung: Jena, den: 21.12. 2021