Antisymmetrische Funktion
Eine antisymmetrische Funktion oder schiefsymmetrische Funktion ist in der Mathematik eine Funktion mehrerer Variablen, bei der die Vertauschung zweier Variablen das Vorzeichen der Funktion umkehrt. Wichtige Spezialfälle antisymmetrischer Funktionen sind antikommutative Verknüpfungen und alternierende Multilinearformen. In der Quantenmechanik sind Fermionen genau diejenigen Teilchen, deren Wellenfunktion antisymmetrisch bezüglich des Austauschs der Teilchenpositionen ist. Das Gegenstück zu den antisymmetrischen Funktionen sind symmetrische Funktionen.
Definition
Sind
und
zwei Vektorräume (meist über den
reellen oder komplexen Zahlen), dann
heißt eine multivariate Funktion
antisymmetrisch, wenn für alle Permutationen
und alle Vektoren
gilt, wobei
das Signum
der Permutation ist.
Beispiele
Konkrete Beispiele
Die Subtraktion
ist antisymmetrisch, denn durch Vertauschung der beiden Operanden
und
kehrt sich das Vorzeichen des Ergebnisses um. Antisymmetrische Funktionen dreier
Variablen sind beispielsweise
oder
.
Allgemeinere Beispiele
- das Kreuzprodukt zweier Vektoren ist antisymmetrisch
- die Lie-Klammer zweier Vektoren ist ebenfalls antisymmetrisch
- eine antikommutative zweistellige Verknüpfung ist eine antisymmetrische Funktion der beiden Operanden
- die Determinante einer Matrix ist eine antisymmetrische Funktion der Spaltenvektoren der Matrix
- eine alternierende Multilinearform ist eine antisymmetrische Funktion in den Skalarkörper, die linear in jedem Argument ist
Weitere Kriterien
Für den Nachweis der Antisymmetrie einer Funktion müssen nicht alle
möglichen Permutationen der symmetrischen
Gruppe
überprüft werden. Nachdem sich jede Permutation als Hintereinanderausführung
von Transpositionen
der Form
schreiben lässt, ist eine Funktion bereits genau dann antisymmetrisch, wenn sich
der Funktionswert durch die Vertauschung zweier beliebiger Variablen
und
umkehrt, also
für
mit
ist. Für weitere mögliche Kriterien zum Nachweis der Antisymmetrie siehe Symmetrische
Funktion#Weitere Kriterien, die jeweils mit Vorzeichenwechsel angewandt
werden müssen.
Eigenschaften
Die antisymmetrischen Funktionen bilden einen Untervektorraum im Vektorraum aller Funktionen
von
nach
(mit der komponentenweisen Addition und Skalarmultiplikation),
das heißt
- ein skalares Vielfaches einer antisymmetrischen Funktion ist wieder eine antisymmetrische Funktion und
- die Summe zweier antisymmetrischer Funktionen ist ebenfalls wieder antisymmetrisch,
wobei die Nullfunktion trivialerweise antisymmetrisch ist.
Antisymmetrisierung
Durch Antisymmetrisierung, das heißt durch eine gewichtete Summation über alle möglichen Permutationen der Form
lässt sich jeder nicht antisymmetrischen Funktion
eine zugehörige antisymmetrische Funktion
zuordnen. Der Antisymmetrisierungsoperator
führt dabei eine Projektion
auf den Untervektorraum der antisymmetrischen Funktionen durch. Wenn
ein Produkt von Funktionen ist, die jeweils nur von einer einzigen Variable
abhängen (in der Quantenchemie wird eine solche Funktion Hartree-Produkt
genannt), kann man
auch als Slaterdeterminante
schreiben.
Siehe auch
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Datum der letzten Änderung: Jena, den: 26.10. 2021