Eigenraum
Eigenraum ist ein Begriff aus der linearen Algebra. Er bezeichnet den von den Eigenvektoren zu einem bestimmten Eigenwert eines Endomorphismus aufgespannten Untervektorraum.
Eine Verallgemeinerung des Eigenraums ist der Hauptraum. Hat ein Eigenwert die algebraische Vielfachheit 1, so sind für diesen Eigenwert Eigenraum und Hauptraum gleich.
Definition
Sei
ein Vektorraum über einem Körper
und
ein Endomorphismus,
das heißt eine lineare
Abbildung
.
Der Eigenraum
zum Eigenwert
von
ist dann
Man sagt dann auch,
ist invariant bezüglich des Endomorphismus
oder
ist ein
-invarianter
Untervektorraum von
.
Die Elemente
von
sind dann die Eigenvektoren zum Eigenwert
von
,
sowie der Nullvektor.
Geometrische Vielfachheit
Die Dimension
des Eigenraums
wird als geometrische Vielfachheit von
bezeichnet. Sie ist dabei stets mindestens 1 und höchstens gleich der
algebraischen
Vielfachheit von
.
Eigenschaften
- Existiert ein Eigenwert
von
, so ist der zugehörige Eigenraum
gleich dem Kern von
. Denn
und nach Definition des Eigenraumes:
.
- Die Summe von Eigenräumen zu
paarweise verschiedenen Eigenwerten
von
ist direkt:
- Gilt im obigen Fall
, so besitzt
eine Basis aus Eigenvektoren von
. In diesem Fall ist jede Darstellungsmatrix
von
bezüglich einer Basis von
diagonalisierbar, das heißt die Darstellungsmatrix
von
bezüglich einer Basis von
aus Eigenvektoren von
hat Diagonalgestalt. In der Hauptdiagonale von
stehen dann die Eigenwerte von
:
- Ist
ein Prähilbertraum und
selbstadjungiert, so sind die Eigenräume zu verschiedenen Eigenwerten paarweise zueinander orthogonal.
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Datum der letzten Änderung: Jena, den: 12.12. 2016