Lösungsmenge
Als Lösungsmenge bezeichnet die Mathematik die Menge der Lösungen einer Gleichung, einer Ungleichung, eines Systems von Gleichungen und Ungleichungen oder allgemein Menge von (logischen) Aussagen.
Lösungsmenge
Allgemein betrachtet man eine Menge von Aussagen mit Parametern, die
Variablen oder Unbekannte genannt werden, zum Beispiel eine Gleichung, ein Gleichungssystem oder
eine Ungleichung. Als
Lösungsmenge
bezeichnet man nun die Menge der Belegungen dieser Variablen, sodass alle
Aussagen der Menge wahr
sind. Lösungsmengen können nach ihrer Größe wie folgt klassifiziert werden:
: es gibt keine Lösung (die Aussagen sind unerfüllbar; die Lösungsmenge ist leer)
: es gibt genau eine Lösung (die Aussagen sind eindeutig erfüllbar; die Lösungsmenge besteht aus genau einem Element)
: es gibt mehrere, möglicherweise unendlich viele, Lösungen (die Aussagen sind erfüllbar, aber nicht eindeutig; die Lösungsmenge besteht aus mehr als einem Element)
Dabei hängt die Lösungsmenge auch von den Randbedingungen ab. So hat
beispielsweise die Gleichung
für
(reelle Zahlen) keine Lösung, hingegen für
(komplexe Zahlen) zwei Lösungen.
Im Fall mehrerer Lösungen kann eine Lösung speziell ausgezeichnet sein,
sodass eine gewisse Eindeutigkeit gewährleistet ist. Die Gleichung
hat für gegebenes
immer zwei verschiedene Lösungen
also
,
von denen immer eine positiv und eine negativ ist. Somit ist die positive (als
auch die negative) als solche eindeutig; man definiert so die Wurzel von
als die eindeutige positive Lösung der angegebenen Gleichung. Somit wird
Eindeutigkeit, also der Fall
durch zusätzliche Randbedingungen (im Beispiel
)
erzwungen. Das ist aber nicht bei allen Problemstellungen (sinnvoll) möglich.
Lösungsraum
Die Lösungsmenge eines homogenen, beziehungsweise inhomogenen linearen
Gleichungssystems ist immer ein Vektorraum,
beziehungsweise ein affiner
Raum. Hat die Lösungsmenge eine solche Struktur, so spricht man auch von
einem Lösungsraum. Ist
ein inhomogenes lineares Gleichungssystem, ist also
die Abbildungsmatrix
der Abbildung
und
eine lineare
Abbildung zwischen zwei Vektorräumen
und
und ist
,
dann gibt es drei Möglichkeiten:
- Die Lösungsmenge ist leer. Dies ist genau dann der Fall, wenn die rechte
Seite
nicht im Bild der Abbildung liegt.
- Es existiert genau eine Lösung
, nämlich wenn der Kern
der Abbildung nur aus dem Nullvektor besteht.
- Es gibt unendlich viele Lösungen, wobei sich alle Lösungen aus einer
beliebigen Lösung
durch Superposition mit den Lösungen der zugehörigen homogenen Gleichung
ergeben. Man nennt
in diesem Zusammenhang eine Partikularlösung. Die Lösungsmenge ist also der affine Raum
.
Beispiele
Es ist jeweils eine Gleichung und ihre Lösungsmenge für
angegeben:
, die Lösungsmenge ist ein Intervall
, die Lösungsmenge ist eine Menge von Paaren.
- Ein lineares Gleichungssystem:
Literatur
- Gerd Fischer: Lineare Algebra. 14. Auflage. Vieweg-Verlag, Wiesbaden 2003, ISBN 3-528-03217-0.
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Datum der letzten Änderung: Jena, den: 24.09. 2022