Nilpotente Matrix
Die nilpotente Matrix und der nilpotente Endomorphismus sind Begriffe aus dem mathematischen Teilgebiet der linearen Algebra.
Definition
Eine quadratische Matrix bezeichnet man als nilpotent, wenn eine ihrer Potenzen die Nullmatrix ergibt:
für ein
Entsprechend bezeichnet man einen Vektorraum-Endomorphismus
als nilpotent, wenn es eine Zahl
gibt, sodass
die Nullabbildung
ist. Die kleinste natürliche Zahl
,
welche dieses Kriterium erfüllt bezeichnet man als Nilpotenzgrad oder
Nilpotenzindex. Zwischen nilpotenten Matrizen und nilpotenten
Endomorphismen gibt es folgenden Zusammenhang: Zu jeder nilpotenten Matrix
ist die Linksmultiplikation dieser Matrix an Spaltenvektoren ein nilpotenter
Endomorphismus. Umgekehrt ist jede Darstellungsmatrix eines nilpotenten
Endomorphismus nilpotent.
Äquivalente Definitionen
Für eine quadratische Matrix
mit
Zeilen und Spalten sind folgende Aussagen äquivalent:
ist nilpotent.
- Es gibt ein
mit
und
. Dann ist
nilpotent mit dem Nilpotenzgrad
.
- Das charakteristische
Polynom von
hat die Form
.
- Das Minimalpolynom
von
hat die Form
für ein
.
ist ähnlich zu einer strikten Dreiecksmatrix, das heißt es existiert eine invertierbare Matrix
, so dass gilt:
- Speziell für Matrizen über
gilt, dass sie genau dann nilpotent sind, wenn ihr einziger Eigenwert 0 ist.
Beispiel
Ein Beispiel für eine nilpotente Matrix mit Nilpotenzgrad 2 ist die Matrix
da .
Eigenschaften nilpotenter Matrizen
Wenn eine Matrix
nilpotent mit Nilpotenzgrad k ist, dann …
- hat sie nur den Eigenwert
Null. Das folgt direkt aus der Form des charakteristischen Polynoms
, dessen Nullstellen die Eigenwerte sind.
- ist sie nicht invertierbar, da sie den Eigenwert null besitzt und somit ihr Kern nicht trivial ist.
- ist entweder
oder sie ist nicht diagonalisierbar, da alle Diagonalmatrizen ungleich
nicht nilpotent sind.
- ist die Determinante
Null:
.
- ist die Spur Null.
- hat sie keinen vollen Rang, d.h. ihre Spaltenvektoren sind linear abhängig. Es sind jedoch nicht alle quadratischen Matrizen mit linear abhängigen Spalten auch gleichzeitig nilpotent.
- ist
invertierbar (
ist die Einheitsmatrix), denn es ist
.
Jordan-Chevalley-Zerlegung
Jeder Endomorphismus eines endlichdimensionalen Vektorraums über einem algebraisch abgeschlossenen Körper lässt sich eindeutig als Summe eines diagonalisierbaren und eines nilpotenten Endomorphismus schreiben. Diese Zerlegung wird als Jordan-Chevalley-Zerlegung bezeichnet und ist im Wesentlichen eine Folge der Existenz der Jordanschen Normalform.
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Datum der letzten Änderung: Jena, den: 17.02. 2017