Weierstraßscher Konvergenzsatz
Der weierstraßsche Konvergenzsatz ist ein nach Karl Weierstraß benannter Satz aus der Funktionentheorie. Er besagt, dass die Grenzfunktion einer lokal gleichmäßig konvergenten Folge holomorpher Funktionen wiederum eine holomorphe Funktion ist. Zudem konvergieren auch sämtliche Ableitungen lokal gleichmäßig gegen die entsprechende Ableitung der Grenzfunktion.
Formulierung
Sei
ein Gebiet und
eine Folge holomorpher Funktionen
,
die auf
lokal gleichmäßig gegen eine Funktion
konvergiert, das heißt, zu jedem
gibt es eine Umgebung
von
,
so dass
auf
gleichmäßig gegen
konvergiert. Dann gilt:
ist holomorph.
- Für jedes
konvergiert
auf
lokal gleichmäßig gegen
.
Gegenbeispiele im Reellen
Der weierstraßsche Konvergenzsatz ist insofern bemerkenswert, als sein reelles Analogon falsch ist: Die Grenzfunktion einer gleichmäßig konvergenten Folge differenzierbarer Funktionen muss nicht differenzierbar sein, und selbst wenn sie es ist, brauchen die Ableitungen der Folgenglieder nicht punktweise gegen die Ableitung der Grenzfunktion zu konvergieren.
- Man fixiere eine stetige, aber nirgends differenzierbare Funktion
. Nach dem Approximationssatz von Weierstraß existiert eine Folge von Polynomen, die gleichmäßig auf
gegen
konvergiert.
- Die Folge
konvergiert gleichmäßig auf
gegen die Nullfunktion, während die Ableitungen
nirgends gegen die Ableitung der Nullfunktion konvergieren.
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Datum der letzten Änderung: Jena, den: 17.12. 2020