Alternativität
In der abstrakten Algebra, einem Teilgebiet der Mathematik, ist Alternativität eine Abschwächung des Assoziativgesetzes.
Definition
Eine algebraische
Struktur
mit einer zweistelligen
Verknüpfung
heißt alternativ, wenn die beiden unten stehenden Aussagen für alle
gelten:
- Linksalternativität:
- Rechtsalternativität:
Bedeutung
Ist eine Verknüpfung assoziativ, gilt per Definition
für alle .
Das hat zur Folge, dass Klammern in der Notation überflüssig werden, das
Ergebnis hängt schließlich nicht von der Reihenfolge der Ausführungen der
Verknüpfungen ab. Häufig spart man sich daher die Klammern. Gilt das Assoziativgesetz
nicht, können Klammern nicht unbegründet entfernt werden. Gilt jedoch die
Alternativität, kann man die Klammern zumindest dann weglassen, wenn
oder wenn
.
Insbesondere lassen sich gleiche Faktoren zu Potenzen zusammenfassen. Das heißt,
dass es möglich ist, Produkte der Art
zu
zusammenzufassen.
Jede assoziative Verknüpfung ist alternativ.
Beispiele
- Für einen Alternativkörper, einen verallgemeinerten Körper wird von der Multiplikation an Stelle des Assoziativgesetzes nur die Alternativität gefordert. Im Gegensatz zu einem Körper muss die Multiplikation auch nicht kommutativ sein.
-
- Die reellen Oktonionen bilden einen solchen Alternativkörper. Ihre Multiplikation ist alternativ, aber weder assoziativ noch kommutativ.
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Datum der letzten Änderung: Jena, den: 14.07. 2022