Surjektive Funktion
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Eine surjektive Funktion ist eine mathematische Funktion, die jedes Element der Zielmenge mindestens einmal als Funktionswert annimmt. Das heißt, jedes Element der Zielmenge hat ein nichtleeres Urbild.
Eine surjektive Funktion wird auch als Surjektion bezeichnet. Ist sie zudem auch injektiv, heißt sie bijektiv. In der Sprache der Relationen spricht man auch von rechtstotalen Funktionen.
Definition
Es seien
und
Mengen, sowie
eine Abbildung.
Die Abbildung
heißt surjektiv, wenn es zu jedem
aus
(mindestens) ein
aus
mit
gibt. Eine solche Abbildung notiert man auch so:
.
Formal:
(siehe Existenz-
und Allquantor).
Grafische Veranschaulichungen
-
Das Prinzip der Surjektivität:
Jeder Punkt in der Zielmenge (Y) wird mindestens einmal getroffen -
Graphen dreier surjektiver Funktionen zwischen reellen Intervallen
-
Ein Sonderfall der Surjektivität:
Die Zielmenge (Y) besteht nur aus einem Element
Beispiele und Gegenbeispiele
- Die leere
Funktion
in eine einelementige Menge ist das wohl einfachste Beispiel einer nichtsurjektiven Funktion.
- Die Funktion
mit
ist surjektiv, denn keine reelle Zahl
hat ein leeres Urbild. Aus der Gleichung
erhält man nämlich durch Äquivalenzumformung die Gleichung
womit sich für jedes
als Urbild die einelementige Menge
ergibt.
- Die Sinusfunktion
ist surjektiv. Jede horizontale Gerade
mit
schneidet den Graphen der Sinusfunktion mindestens einmal (sogar unendlich oft).
- Die Sinusfunktion
ist jedoch nicht surjektiv, da z.B. die Gerade
keinen Schnittpunkt mit dem Graphen hat, der Wert 2 also nicht als Funktionswert angenommen wird.
bezeichne die Menge der komplexen Zahlen.
ist nicht surjektiv, da z.B. das Urbild von
die leere Menge ist (keine Quadratzahl ist negativ!).
ist surjektiv.
Eigenschaften
- Man beachte, dass die Surjektivität einer Funktion
nicht nur vom Funktionsgraphen
sondern auch von der Zielmenge
abhängt (im Gegensatz zur Injektivität, deren Vorliegen man am Funktionsgraphen ablesen kann):
- Ersetzt man bei einer Funktion
ihre Zielmenge
durch ihre Bildmenge
so entsteht mit
stets eine surjektive Funktion
während
natürlich nicht surjektiv zu sein braucht.
- Eine Funktion
ist genau dann surjektiv, wenn
gilt für alle
.
- Sind die Funktionen
und
surjektiv, dann gilt dies auch für die Komposition (Verkettung)
- Aus der Surjektivität von
folgt, dass
surjektiv ist.
- Eine Funktion
ist genau dann surjektiv, wenn
eine Rechtsinverse hat, also eine Funktion
mit
(wobei
die identische Abbildung auf
bezeichnet). Diese Aussage ist äquivalent zum Auswahlaxiom der Mengenlehre.
- Eine Funktion
ist genau dann surjektiv, wenn
rechtskürzbar ist, wenn also für beliebige Funktionen
mit
schon
folgt. (Diese Eigenschaft motiviert den in der Kategorientheorie verwendeten Begriff Epimorphismus.)
- Jede beliebige Funktion
ist darstellbar als Verkettung
, wobei mit
die Funktion
surjektiv und
injektiv ist.
Mächtigkeiten von Mengen
Für eine endliche
Menge
ist die Mächtigkeit
einfach die Anzahl der Elemente von
.
Ist nun
eine surjektive Funktion zwischen endlichen Mengen, dann kann
höchstens so viele Elemente wie
haben, es gilt also
Für unendliche
Mengen wird der Größenvergleich von Mächtigkeiten zwar mit Hilfe des
Begriffs Injektion
definiert, aber auch hier gilt: Ist
surjektiv, dann ist die Mächtigkeit von
nicht größer als die Mächtigkeit von
auch hier schreibt man dafür
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Datum der letzten Änderung: Jena, den: 03.06. 2021