Hyperbolische Ebene
Die hyperbolische Ebene ist ein Objekt aus dem mathematischen Teilgebiet
der Geometrie, genauer aus der Hyperbolischen
Geometrie. Dieses geometrische Objekt gehört neben der euklidischen Ebene
und der Sphäre
zu den Modellräumen der Flächentheorie.
Denn sie hat die konstante Gauß-
beziehungsweise Schnittkrümmung
.
Der euklidische Raum hat Krümmung
und die Sphäre die Krümmung
.
Im Gegensatz zu diesen beiden Räumen kann die hyperbolische Ebene als Ganzes
nicht in den euklidischen
Raum
eingebettet werden.
Definition
Die hyperbolische Ebene ist definiert als der 2-dimensionalen hyperbolische
Raum ,
also als eine zweidimensionale,
einfach
zusammenhängende, vollständige
Riemannsche
Mannigfaltigkeit mit Schnittkrümmung
konstant
.
Man kann die hyperbolische Ebene mit dem poincaréschen Halbraum-Modell
charakterisieren. Stattet man also die Halbebene
mit der Metrik
aus, so erhält man die hyperbolische Ebene.
Im Sinne des Erlanger
Programms lässt sich die hyperbolische Ebene interpretieren als die
Geometrie des Paares .
Axiomatisch charakterisieren lässt sich die hyperbolische Ebene dadurch, dass sie mit Ausnahme des Parallelenaxioms alle Axiome der euklidischen Geometrie erfüllt und zusätzlich noch das Axiom, dass es zu einer Geraden g und einem Punkt P (der nicht auf g liegt) mindestens zwei Geraden (h und i) gibt, die durch P gehen und zu g parallel (d.h. disjunkt) sind.
Andere Verwendungen des Begriffs "Hyperbolische Ebene"
- In der Inzidenzgeometrie ist eine (endliche) hyperbolische Ebene eine (endliche) Menge von "Punkten" H mit gewissen Teilmengen als "Geraden", die folgende Axiome erfüllen:
- 1. je zwei unterschiedliche Punkte gehören zu genau einer Geraden,
- 2. wenn ein Punkt P nicht zu einer Geraden l gehört, dann gibt es mindestens zwei zu l disjunkte P enthaltende Geraden,
- 3. wenn eine Menge von Punkten S drei nicht auf einer Geraden liegende Punkte enthält sowie alle Punkte auf Geraden durch je zwei in S liegende Punkte enthält, dann ist S=H.
- In der Theorie der Symmetrischen Räume gibt es neben der (in diesem Zusammenhang als reell-hyperbolische Ebene bezeichneten) hyperbolischen Ebene noch die komplex-hyperbolische, quaternionisch-hyperbolische und Cayley-hyperbolische Ebene.
- In den Arbeiten von Helmut Karzel und seinen Schülern bezeichnet "Hyperbolische Ebene" einen angeordneten Inzidenzraum mit einer Kongruenzrelation, der bestimmte Axiome erfüllt. Dieser Begriff axiomatisiert die Anordnungs- und Inzidenzeigenschaften der oben definierten Hyperbolischen Ebene, ohne auf ihre Metrik bezugzunehmen.
- Der 2-dimensionale quadratische
Raum
mit
wird als hyperbolische Ebene bezeichnet. Diese Definition steht in keinem direkten Zusammenhang mit der oben definierten.
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Datum der letzten Änderung: Jena, den: 02.10. 2020