Lemma von Schur
Das Lemma von Schur, benannt nach Issai Schur, beschreibt die Homomorphismen zwischen einfachen Moduln. Es besagt, dass jeder solche Homomorphismus außer dem Nullhomomorphismus ein Isomorphismus ist.
Das Lemma von Schur in der modultheoretischen Fassung lautet (
sei ein Ring mit 1):
Es seien ,
einfache
-Linksmoduln.
Dann gilt:
ist ein Schiefkörper.
In der darstellungstheoretischen
Fassung lautet das Lemma von Schur (
sei eine endliche Gruppe,
ein Körper):
Es seien
irreduzible Darstellungen von
.
Dann gilt:
- Es sei
mit
. Dann gilt:
oder
ist bijektiv (und in diesem Fall sind
und
äquivalent).
ist ein Schiefkörper.
Die zweite Aussage gilt auch in der Umkehrung, sodass
genau dann ein Schiefkörper ist, wenn die Darstellung
irreduzibel ist.
Aufgrund des Zusammenhangs von Darstellungen von
über
und KG-Moduln besagen beide Fassungen das gleiche.
Spezialfall: Matrixdarstellungen
Hier reduzieren sich die Beweise auf elementare lineare Algebra.
Es seien
invertierbare
-Matrizen,
invertierbare
-Matrizen,
und es sei
eine
-Matrix.
Für die Matrizenprodukte
gelte
Dann ist der Kern
von
ein invarianter Teilraum für die Darstellung
,
denn aus
folgt
.
Wegen der Irreduzibilität von
kann
nur der Nullvektorraum
oder der ganze Vektorraum sein. Im ersten Fall ist
invertierbar und vermittelt eine Ähnlichkeitstransformation zwischen den
Darstellungsmatrizen
und
.
Im zweiten Fall ist
die Nullmatrix.
Für praktische Zwecke (Tabellierung) werden die Matrizen einer irreduziblen
Darstellung gelegentlich standardisiert. Z. B. dienen bei der Drehgruppe die gemeinsamen
Eigenvektoren von Drehungen um eine ausgewählte Achse als Standardbasis. In
solchen Fällen sind die Matrizen von irreduziblen Darstellungen
und
entweder inäquivalent oder identisch. Damit wird folgender Zusatz zum Schurschen
Lemma relevant:
Aus
für alle
folgt
,
d.h.
ist ein komplexes Vielfaches der Einheitsmatrix.
Beweis: Es sei
ein (komplexer) Eigenwert von
,
und
sei ein zugehöriger Eigenvektor. Mit der vorausgesetzten Gleichung gilt auch
Daher ist der Kern von
ein invarianter Teilraum der Darstellung
und kann wegen Irreduzibilität nur der Nullraum oder der ganze Raum sein. Da der
Eigenvektor
zum Kern gehört, bleibt nur die zweite Möglichkeit. Also gilt
.
Siehe auch
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Datum der letzten Änderung: Jena, den: 27.12. 2020