Magnetische Feldstärke
Physikalische Größe | ||||||||||
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Name | Magnetische Feldstärke | |||||||||
Formelzeichen | ||||||||||
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Die magnetische Feldstärke (Formelzeichen: ),
auch als magnetische Erregung bezeichnet, ordnet als vektorielle Größe jedem
Raumpunkt eine Stärke und Richtung des durch die magnetische
Spannung erzeugten Magnetfeldes
zu. Sie hängt über die Materialgleichungen
der Elektrodynamik (innerhalb linearer, homogener, isotroper,
zeitinvarianter Materie zu:
)
mit der magnetischen
Flussdichte
zusammen.
Die SI-Einheit der magnetischen Feldstärke ist Ampere pro Meter:
Verschiedene Leiteranordnungen
Gerader Leiter
Bei einem geraden Leiter
ist die Feldstärke entlang einer kreisförmigen Feldlinie konstant. Wenn
die magnetische Feldstärke außerhalb eines stromdurchflossenen geraden Leiters
im Abstand
bezeichnet,
die Stromstärke im Leiter und
den Radius der kreisförmigen Feldlinie, dann ist der Betrag der magnetischen
Feldstärke in Material mit homogener magnetischer
Permeabilität:
Zahlenbeispiel: Im Abstand
von 5 cm von der Achse eines geraden Leiters, welcher einen Strom
von 50 A führt, beträgt die magnetische Feldstärke:
Stromdurchflossener Ring
Wird eine einzige Windung mit dem Radius
vom Strom
durchflossen (Leiterschleife),
misst man auf einem Punkt auf der Spulenachse im Abstand
vom Mittelpunkt des Ringes die Feldstärke
Für die Herleitung siehe: Biot-Savart – Kreisförmige Leiterschleife
Zylinderspule
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Wird eine Spule
der Länge
mit Durchmesser
und
Windungen vom Strom
durchflossen, misst man im Zentrum die Feldstärke
Handelt es sich um eine langgestreckte Spule (Länge viel größer als Durchmesser, für kurze Spulen existieren nur Näherungsformeln), kann man obige Formel vereinfachen und erhält:
Das Produkt
wird auch Amperewindungszahl oder als magnetische Spannung
bezeichnet, die magnetische Spannung – durch historisch bedingte Begriffsbildung
– auch als magnetische
Durchflutung mit dem Formelzeichen
.
Entlang der Spulenachse ist
an den Enden der Spule genau halb so groß wie in der Mitte. Im Innenraum der
Spule ist
fast unabhängig vom Abstand zur Spulenachse und annähernd homogen. Starke
Abweichungen misst man erst an den Enden der Spule.
Helmholtz-Spule
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Zwei kurze, runde, hinsichtlich Größe und Windungszahl baugleiche und in gleicher Umlaufrichtung durchströmte Spulen im Abstand ihres Radius bauen zwischen sich ein weitgehend homogenes Magnetfeld auf. In der Mitte dieser als Helmholtz-Spule bekannten Anordnung hat das Magnetfeld die Feldstärke
.
Dabei ist
die Anzahl der Windungen (pro Spule).
Zusammenhänge mit anderen Größen
Aus den Materialgleichungen der Elektrodynamik ergibt sich der Zusammenhang
zwischen der magnetischen Feldstärke
und der magnetischen Flussdichte
innerhalb linearer, homogener, isotroper, zeitinvarianter Materie in
vektorieller Schreibweise:
,
wobei
die magnetische
Leitfähigkeit (Permeabilität) des betrachteten Raumpunktes ausdrückt.
Allgemein gilt der Zusammenhang:
,
mit der magnetischen Polarisation
(nicht zu verwechseln mit der elektrischen Stromdichte, die traditionell
ebenfalls mit
bezeichnet wird). Sofern die magnetische Polarisation ausschließlich durch die
magnetische Feldstärke
erzeugt wird, gilt:
,
mit der magnetischen Suszeptibilität .
Innerhalb linearer, homogener, isotroper, zeitinvarianter Materie gilt folglich:
,
wobei
den magnetischen Permeabilitätstensor beschreibt, der in vielen Fällen als
Skalar angenommen wird.
Beziehung zur elektrischen Stromdichte 
Die Beziehung
aus den Maxwellschen
Gleichungen stellt die lokale Form des Durchflutungssatzes
dar. Dabei drückt
die elektrische
Stromdichte und der zweite Summand mit der zeitlichen Ableitung der elektrischen
Flussdichte
die Dichte des Verschiebungsstromes
aus. Im einfachen statischen Fall ohne zeitliche Änderung verschwindet der
zweite Summand und es gilt:
.
Dies bedeutet, dass die Wirbeldichte des
magnetischen Feldes
in jedem Raumpunkt gleich der lokalen Leitungsstromdichte ist. Die Bedeutung
liegt darin, dass damit die Quellenfreiheit des magnetischen Feldes mathematisch
ausgedrückt wird und die magnetischen Feldlinien immer in sich geschlossen sind.
Im Harmonisch eingeschwungenen Zustand (HZE) genügt die Betrachtung der Fouriertransformierten des Ampereschen Gesetzes:
,
ist die komplexe elektrische Permittivität, die elektrische Relaxationsprozesse
bzw. dielektrische Verluste im Material berücksichtigt.
ist die komplexe Leitfähigkeit, die ohmsche Verluste sowie eine
Phasenverschiebung von
zu
im
Material beschreibt. (Die Umformung gilt nur, sofern keine eingeprägte
elektrische Feldstärke im Material vorliegt, welche z.B. durch chemische
Prozesse hervorgerufen wird.)
wobei
komplexe Vektorfelder sind. Anwendung der Rotation und weiterer
Maxwellgleichungen (Gaussches Gesetz für Magnetfelder, Induktionsgesetz) ergibt:
,
wobei die komplexe Permitivitätskonstante
magnetische Relaxationsprozesse bzw. Verluste durch periodische magnetische
Umpolarisierung beschreibt (in der Regel erst im Terahertz-Bereich relevant) und
der komplexe Wellenzahlvektor einer entsprechenden TEM-Welle ist. Es ergibt sich
also offensichtlich die Helmholzgleichung für die magnetische Feldstärke zu:
.
Literatur
Karl Küpfmüller, Gerhard Kohn: Theoretische Elektrotechnik und Elektronik. 16. Auflage. Springer Verlag, 2005, ISBN 3-540-20792-9.
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Datum der letzten Änderung: Jena, den: 27.01. 2022