Minkowski-Ungleichung
Die Minkowski-Ungleichung, auch als Minkowski'sche Ungleichung
oder Ungleichung von Minkowski bezeichnet, ist eine Ungleichung im Grenzgebiet
zwischen der Maßtheorie
und der Funktionalanalysis,
zwei Teilbereichen der Mathematik.
Sie wird in unterschiedlichen Versionen formuliert, meist für den Folgenraum
sowie die Lebesgue-Räume
und
.
In diesen Räumen entspricht sie der Dreiecksungleichung
und macht diese somit zu
zu einem halbnormierten
Raum).
Sie ist nach Hermann Minkowski benannt, der die Ungleichung für unendliche Summen erstmals 1896 im ersten Band seiner Geometrie der Zahlen zeigte.
Formulierung für Lp-Räume
Sei
und
der entsprechende Lp-Raum.
Es sei
die entsprechende
-Norm.
Für ein
ist also
.
Hierbei bezeichnet
das wesentliche
Supremum. Die Minkowski-Ungleichung besagt dann:
- Ist
und
, so gilt
.
Die Ungleichung gilt auch in
(siehe Lp-Raum#Definition).
Die
-(Halb-)Norm
wird identisch wie die
-Norm
definiert, aber mit
bezeichnet. Die Minkowski-Ungleichung besagt dann:
- Ist
und
, so gilt
.
Formulierung für messbare Funktionen
Die Minkowski-Ungleichung lässt sich auch etwas allgemeiner für messbare Funktionen
formulieren. Mit den Vereinbarungen
für
definiert man
,
wobei
eine messbare Funktion von dem Maßraum
nach
ist. Hierbei ist
oder
.
Dann lautet die Minkwoski-Ungleichung:
- Sind die Funktionen
von
nach
beide messbar, so gilt
.
Formulierung für Folgen
Die Minkowski-Ungleichung gilt auch für Folgen in
oder in
,
unabhängig davon, ob die Folgen konvergieren. Sie lautet dann
für .
Beschränkt man sich auf den passenden Folgenraum
mit der Norm
,
so lautet die Minkowski-Ungleichung
.
für Folgen
aus
.
Dies kann als Sonderfall der Ungleichung für den
angesehen werden, wenn man als Grundmenge die natürlichen Zahlen wählt und als
Maß das Zählmaß.
Beweis
Die Minkowski-Ungleichung ist für
und
trivial. Es sei daher
.
Da
eine konvexe
Funktion ist, gilt
und daher .
Sei im Folgenden ohne
Beschränkung der Allgemeinheit .
Es gilt:
Sei .
Dann ist q der zu p konjugierte
Hölder-Exponent, es gilt:
Nach der Hölder-Ungleichung gilt:
Dies impliziert die Minkowski-Ungleichung nach Multiplikation beider Seiten
mit .
Verallgemeinerung (Minkowski-Ungleichung für Integrale)
Seien
und
zwei Maßräume
und
eine messbare Funktion, dann gilt (Minkowski-Ungleichung für Integrale):
für .
Ist
und beide Seiten endlich, so gilt Gleichheit genau dann, wenn sich
als Produkt
zweier messbarer Funktionen
und
schreiben lässt.
Wählen wir
als die zwei-elementige Menge
mit dem zählenden Maß, so erhalten wir als Spezialfall wieder die übliche
Minkowski-Ungleichung, mit
für
ist nämlich
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Datum der letzten Änderung: Jena, den: 04.12. 2019