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Aluminiumorthophosphat

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung[2]
Achtung
H- und P-Sätze H:
  • Verursacht Hautreizungen.
  • Verursacht schwere Augenreizung.
  • Kann die Atemwege reizen.
P:
  • Einatmen von Staub / Rauch / Gas / Nebel / Dampf / Aerosol vermeiden.
  • Bei Berührung mit der Haut: Mit viel Wasser / … waschen. (Die vom Gesetzgeber offen gelassene Einfügung ist vom Inverkehrbringer zu ergänzen)
  • Bei Kontakt mit den Augen: Einige Minuten lang behutsam mit Wasser spülen. Eventuell vorhandene Kontaktlinsen nach Möglichkeit entfernen. Weiter spülen.
  • Besondere Behandlung (siehe … auf diesem Kennzeichnungsetikett). (Die vom Gesetzgeber offen gelassene Einfügung ist vom Inverkehrbringer zu ergänzen)
  • Unter Verschluss aufbewahren.
  • Inhalt / Behälter … zuführen. (Die vom Gesetzgeber offen gelassene Einfügung ist vom Inverkehrbringer zu ergänzen)
[2]

Aluminiumorthophosphat, auch kurz Aluminiumphosphat genannt, ist ein rhombische Kristalle bildendes Aluminiumsalz. In dieser Verbindung liegt Aluminium als dreifach positiv geladenes Kation (Al3+) vor, das mit dem Phosphat-Anion (PO43−) in elektrostatischer Wechselwirkung steht.

Strukturformel
Aluminiumion Phosphation
Allgemeines
Name Aluminiumorthophosphat
Andere Namen

Berlinit

Summenformel AlPO4
Kurzbeschreibung weißer, geruchloser Feststoff[1]
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 232-056-9
ECHA-InfoCard Extern 100.029.142
PubChem Extern 16693906
ChemSpider Extern 58204
DrugBank DB14517
Arzneistoffangaben
ATC-Code A02 Extern AB03
Wirkstoffklasse Antacidum
Eigenschaften
Molare Masse 121,95 g/mol
Aggregatzustand fest
Dichte 2,57 g/cm3 [1]
Schmelzpunkt > 1500 °C[1]
Löslichkeit nahezu unlöslich in Wasser[2]
Thermodynamische Eigenschaften
ΔHf0 −1733,8 kJ/mol[3]

Vorkommen

In der Natur kommt Aluminiumorthophosphat in der wasserfreien Form als farbloses bis hellrosafarbenes Mineral Berlinit und in der wasserhaltigen Form als Variscit vor.

Synthese

Aluminiumorthophosphat

Das Orthophosphat lässt sich aus Natriumphosphat und einer Aluminiumsalzlösung gewinnen, z. B.:

{\displaystyle \mathrm {Al_{2}(SO_{4})_{3}+2\,Na_{3}PO_{4}\longrightarrow 2\,AlPO_{4}+3\,Na_{2}SO_{4}} }

Verwendung

Aluminiumorthophosphat wird als Flussmittel bei der Herstellung von Gläsern, Keramiken und Glasuren verwendet. Im Gemisch mit Calciumsulfat und Natriumsilikaten ist es unter dem Begriff Zement bekannt.

Gele, die Aluminiumorthophosphat enthalten, finden in der Medizin Anwendung als Antazidum.

Außerdem wird es als Adjuvans in manchen Impfstoffen eingesetzt, beispielsweise im Pneumokokkenimpfstoff Synflorix[4] bzw. Prevenar 13[5] oder als Kombination bei AS04 in Hepatitis B- und HPV-Impfstoffen.[6][7] Es liegt in einer chemisch amorphen Form vor, bei der manche OH-Gruppen mit Phosphatgruppen ersetzt sind.[8] Dies führt zu einer großen Oberfläche und Absorptionskapazität. Der isoelektrische Punkt des kommerziell erhältlichen Adjuvans' liegt im Bereich von 4,5 bis 5,5.


Handelsnamen

Aluminiumphosphat ist in Deutschland unter dem Namen Phosphalugel im Handel erhältlich.

Einzelnachweise

  1. Hochspringen nach: a b c Extern Aluminiumorthophosphat bei Thermo Fisher Scientific, abgerufen am 30. August 2026.
  2. Hochspringen nach: a b c Eintrag zu Extern Aluminiumphosphat in der GESTIS-Stoffdatenbank des Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, abgerufen am 30. August 2026. (JavaScript erforderlich)
  3. David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL, Standard Thermodynamic Properties of Chemical Substances, S. 5-5.
  4. Extern Synflorix. In: Europäische Arzneimittel-Agentur. 17. September 2018, abgerufen am 30. August 2026 (englisch).
  5. Extern Prevenar 13. In: Europäische Arzneimittel-Agentur. 26. März 2020, abgerufen am 30. August 2026 30. August 2026 (englisch).
  6. H. Ronneberger: Adjuvantien bei Humanimpfstoffen. In: H. Schöffl et al. (Hrsg.): Forschung ohne Tierversuche 1996. Springer, Wien 1997, S. 218–223, doi: Extern 10.1007/978-3-7091-6833-2_28.
  7. Ralf Wagner und Eberhard Hildt: Zusammensetzung und Wirkmechanismen von Adjuvanzien in zugelassenen viralen Impfstoffen. In: Bundesgesundheitsblatt. Band 62, Nr. 4, 1. April 2019, S. 462–471, doi: Extern 10.1007/s00103-019-02921-1.
  8. Nathalie Garçon und Martin Friede: Evolution of Adjuvants Across the Centuries. In: Stanley A. Plotkin et al. (Hrsg.): Plotkin’s Vaccines. 7. Auflage. Elsevier, 2017, ISBN 978-0-323-35761-6, S. 64, doi: Extern 10.1016/B978-0-323-35761-6.00006-7 ( Extern elsevier.com).
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Basierend auf einem Artikel in: Extern Wikipedia.de
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Datum der letzten Änderung: Jena, den: 30.08. 2026